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Der St.-Veits-Schatz

Tours for visitors A

Die Ausstellung unter der Schirmherrschaft des ehemaligen Präsidenten Václav Klaus und des Prager Erzbischofs Dominik Duka wurde von der Verwaltung der Prager Burg und dem Metropolit-Kapitel des St. Veitsdoms in Prag vorbereitet.

Der St.-Veits-Schatz

Der St.-Veits-Schatz, der größte Domschatz der böhmischen Länder und einer der größten in Europa, wurde im Wirkungsbereich des St. Veitsdoms bereits seit dem frühen Mittelalter auf der damaligen Prager Fliehburg zusammengetragen. Zu den ältesten Reliquien gehört das Armreliquiar des hl. Veits, das im Jahre 929 Fürst Václav vom Herzog Heinrich I. erhielt. Für die Aufbewahrung der sterblichen Überreste ließ er eine Rotunde bauen, in deren Apsis er später, als verehrter Heiliger, bestattet wurde. Weitere wichtige Meilensteine für den im Entstehen begriffenen Domschatz waren die Gründung des Prager Erzbistums im Jahre 973 und die Erhebung von Wenzels St.-Veits-Rotunde zu einer metropolitischen Kirche im Jahre 1344. In der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts kamen zum Domschatz die Reliquien von Heiligen und Märtyrern hinzu, die der Kirche Karl IV. widmete. Die besten Goldschmiede und Silberschmiede stellten für die erhaltenen sterblichen Überreste kostbare Reliquiare her, um die Reliquien zu schützten und sie bei kirchlichen Zeremonien und wichtigen dynastischen Anlässen einbinden zu können. Es war nichts Ungewöhnliches, dass die Behältnisse ausgetauscht wurden, entweder aufgrund von Beschädigung, weil sich die ästhetischen Ansprüche änderten oder aufgrund liturgischer Anforderungen.

Der St.-Veits-Schatz erlitt während der Hussitenkriege und in weiteren Zeiträumen gesellschaftlicher Unruhen oder wirtschaftlicher Missstände erhebliche Verluste. Trotzdem blieb im St. Veitsdom eine Sammlung erhalten, die durch ihren enormen Umfang besticht. Von den Gegenständen aus der Regierungszeit Karl IV. (1346 – 1378) seien besonders das goldene Kreuzreliquiar, das auch Krönungskreuz genannt wird, und des Weiteren das Kreuz mit Fragmenten des Lendentuchs Christi, das Reliquiar der hl. Katharina und das Reliquiar mit dem Parler-Symbol zu nennen. Die von Form und Material her eher schlicht anmutenden Kunstwerke, wie das Prozessionskreuz aus Kristallglas oder die Kanne zur Tischdecke vom Letzten Abendmahl, die wahrscheinlich in Venedig hergestellt wurden, sind in Wirklichkeit Beispiele für das hohe Können der Kristallglas-Schleifer. In der Regierungszeit von Vladislav aus dem Geschlecht der Jagiellonen wurde der Schatz um die Kopfreliquiare des hl. Veits, des hl. Wenzels und des hl. Adalberts erweitert, der Hauptpatrone des Doms. Neben dem Kult dieser Beschützer Tschechiens präsentiert diese Ausstellung auch den Kult der hl. Ludmilla, die im Benediktinerkloster an der St. Georgsbasilika verehrt wurde.

Die Epoche des Barocks repräsentieren zum Beispiel die mit Diamanten besetzte Monstranz von Johann Ignatius Dominik Putz oder der Stab des Prager Erzbischofs Franziskus Ferdinand Khünburg. Weiter dürfen Goldschmiede-Kunstwerke aus dem 19. Jahrhundert (Monstranz des französischen Königs Karl X.) sowie Gegenstände aus dem zwanzigsten Jahrhundert (Reliquiar des hl. Wenzel nach dem Entwurf des Architekten Josef Fanta) nicht fehlen. Die Ausstellung umfasst weiter Tafelbilder, darunter die bedeutendsten von ihnen, die als Vera ikon bezeichnet werden, Darstellungen des wahren Antlitzes Christi, die einst als Reliquien verehrt wurden. Weiter dürfen die bedeutendsten Beispiele historischer Textilien nicht fehlen, die seit der frühesten Periode Bestandteil des Domschatzes waren. Zu den kostbarsten gehören die Fahne des hl. Georg oder das Parament, das in Verbindung mit dem hl. Wenzel und dem hl. Adalbert gebracht wird. Von hohem künstlerischem Wert ist die Kasel im Jugendstil nach dem Entwurf von Josef Fanta.

Die Ausstellung stellt den Besuchern die wichtigsten Etappen in der Vergrößerung des St.-Veits-Schatzes vor und vermittelt ihnen dessen immensen Wert, und zwar nicht nur im künstlerischen und materiellen, sondern vor allem im geistlichen Bereich. Die in prunkvollen und kostbaren Behältnissen und Schreinen verwahrten Reliquien wurden von Generationen unserer Vorfahren verehrt und angebetet. Als Ort für die Ausstellung des Domschatzes wurde die ehemalige Heilige-Kreuz-Kapelle auf dem II. Burghof der Prager Burg ausgewählt, die Mitte des 18. Jahrhunderts erbaut und einhundert Jahre später vom damaligen österreichischen Kaiser Ferdinand I. umgebaut wurde. Das reich verzierte Interieur der Kapelle wurde im Rahmen der Vorbereitungsarbeiten vor der Ausstellung komplett restauriert und mit der erforderlichen Sicherheits- und Klimatechnik ausgestattet.

Datum und Veranstaltungsort:

Wintersaison: 10:00 – 17:00 Uhr

Sommersaison: 10:00 – 18:00 Uhr

Die Kapazität des Saals ist auf 40 Personen beschränkt.

Eintrittspreis

Standardticket: 250,- CZK

Ermäßigtes Ticket (Kinder 6 bis 16 Jahre, Studenten, Senioren ab 65 Jahre): 125,- CZK

Familienticket (1 – 5 Kinder bis 16 Jahre und max. 2 Erwachsene): 500,- CZK

Grundschulen: 150,- CZK/Klasse, d. h. max. 30 Kinder + 2 Begleitpersonen kostenlos (auf der Grundlage einer von der Schule bestätigten Namensliste)

Kinder bis 6 Jahre, Besucher mit Behindertenausweis ( inkl. 1 Begleitperson): kostenlos

Pädagogische Begleitpersonen von Schülergruppen: pro 15 Schülern oder Studenten hat 1 Begleitperson Anspruch auf freien Eintritt

Informationen zu kommentierten Besichtigungen erhalten Sie unter: tourist.info@hrad.cz

Öffnungszeiten | Eintrittspreis

Fotogalerie

Metropolitní kapitula u sv. Víta v Praze, fotografie: Správa Pražského hradu, Jan Gloc
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Lage

Karte der Burg