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Bildergalerie der Prager Burg

Tours for visitors C

Europäische Maler (15. – 18. Jahrhundert) aus den Sammlungen der Prager Burg.

Bildergalerie der Prager Burg

Geschichte der Bildergalerie der Prager Burg

Kaiser Rudolf II., der 1583 die Prager Burg zur Metropole des heiligen römischen Reiches erhob, verbrachte seine Jugend umgeben von Sammlerleidenschaft und der Förderung von Kunst. Seine Beziehung zur Kunst wurde unter dem Einfluss des spanischen Königs Philipp II., seines Großvaters Ferdinand I. und Vaters Maximilian II., und nicht zuletzt auch seines Onkels, des Erzherzogs Ferdinand II. von Tirol geformt. Rudolf II. erweiterte die geerbten Sammlungen seiner Vorfahren durch den Erwerb von Kunstgegenständen, die Vergabe von Aufträgen an Künstler im Ausland und durch Werke, die von seinen eigenen Hofkünstlern stammten. Die passenden Kunstwerke suchten für ihn professionelle Kunsthändler, kaiserliche Gesandte an bedeutenden europäischen Höfen und die Hofkünstler bei ihren Reisen durch Europa aus. Die schnell wachsende Sammlung verlangte nach speziell dafür gebauten Räumlichkeiten. Deshalb wurde nach dem Jahre 1585, als der Architekt Giovanni Gargioli auf die Prager Burg kam, zunächst an der westlichen Burgmauer der sog. Lange Bau (auch Gang-Gebäude) errichtet, der vor 1600 fertiggestellt wurde. Im Erdgeschoss befand sich unter anderem eine Sattelkammer, im ersten Stockwerk eine Kunstkammer und im zweiten Stockwerk eine Galerie. An diesen einhundert Meter langen Gebäudetrakt schloss der Spanische Saal an, der 1598 fertig gebaut wurde und heute als Bildergalerie (Rudolf-Galerie) dient. Den Gebäudekomplex für die Sammlungen Rudolfs vervollständige der Neue Saal (auch der Neue Spanische Saal genannt) für die kaiserliche Statuensammlung, der von 1601 bis 1606 errichtet wurde. Im Jahre 1600 begann man damit, die kaiserlichen Sammlungen in die neuen Räume zu schaffen. In der Sattelkammer befand sich wahrscheinlich die Sammlung kostbarer Pferdegeschirre, in den Räumlichkeiten der Kunstkammer waren in Schränken, Truhen, Kabinetten und auf Tischen Statuen, kleinere Bilder, Buchbände mit Zeichnungen und Grafiken, die Kunst der Antike, Kunsthandwerk aller Art, numismatische, ethnografische, orientalische, botanische und zoologische Sammlungen sowie wissenschaftliche Geräte und viele weitere Gegenstände von Sammlerwert ausgestellt, welche die entsprechenden Literaturwerke ergänzten. Die Gemälde hingen im zweiten Stockwerk des Langen Gangs und im Spanischen Saal. Es waren an die 3000, wobei alle bedeutenden italienischen, holländischen und deutschen Meister der Vergangenheit und Gegenwart vertreten waren. Ein großer Teil der Sammlung bestand aus Werken der rudolfinischen Maler und Bildhauer.

Nach dem Tod von Rudolf II. ließ sein Nachfolger Kaiser Matthias einen bedeutenden Teil der Sammlungen heimlich nach Wien überführen. Einen Teil ergatterte Maximilian von Bayern nach der Schlacht am Weißen Berg und einen weiteren Teil entwendeten sächsische Soldaten bei der Belagerung Prags im Jahre 1630. Alles, was der Schatzmeister Miseroni nicht an sicheren Orten versteckte, erbeuteten im Jahre 1648 schwedische Soldaten für ihre Königin Christina, die eine große Kunstliebhaberin war.

Die leeren Säle auf der Prager Burg sollten nicht lange ohne kostbaren Inhalt bleiben. Im Jahre 1650 kaufte Kaiser Ferdinand III. über den Erzherzog Leopold Wilhelm in Antwerpen die Sammlung von Lord Buckingham. Obwohl die Gemäldesammlung die höchsten Ansprüche erfüllte, zählte sie nicht ausreichend viele Bilder, um die Galerieräume der Prager Burg füllen zu können. Diese füllten schrittweise Sendungen von Gemälden aus Wien, darunter auch einiger, die der ehemaligen Sammlung von Leopold Wilhelm angehörten. Doch auch die neue Sammlung ereilte ein ähnliches Schicksal, wie die Vorgängersammlung von Kaiser Rudolf. Die Konstituierung der offiziellen Sammlungen der Habsburger in Wien (Stallburg, später Belvedere) in der Regierungszeit Karl VI. bewirkte die Überführung der kostbarsten Gemälde nach Wien. Um fehlende Finanzmittel auszugleichen, fanden geheime Verkäufe von Gemälden nach Dresden statt (1742, 1749).

Als der Architekt Nikolaus (Nicolò) Pacassi den theresianischen Umbau der Prager Burg aufnahm, wurde die Bildergalerie der Burg aufgelöst und die Gemälde, die nicht nach Wien überführt wurden, dienten als Dekoration in den Prunkräumen und Privatgemächern im Neuen Palast. Dabei passte man kompromisslos ihrer Größe so an, damit sie in das regelmäßige Muster der Holzkassetten an den Wänden einfügt werden konnten. Der Aufbau der Wiener Sammlungen führte zu weiteren Überführungen von Gemälden nach Wien, jedoch auch zur fachlichen Bewertung der restlichen Prager Kunstwerke, die Feststellung der Urheberschaft bis dahin anonymer Gemälde und ihre fachgerechte Restaurierung. Eine Reihe von bedeutenden Kunstwerke wurde Ende des 18. Jahrhunderts an die Galerie der Heimatkunstfreunde in Prag verliehen.

Die Wanderung der Gemälde zwischen Prag und Wien endete erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Nach der Entstehung der Tschechoslowakischen Republik entstand der Eindruck, dass auf der Prager Burg keine Sammlung mehr existiert, sodass man im Jahre 1930 begann, mit den Mitteln aus dem sog. Masaryk-Fonds Gemälde für die Prager Burg zu erwerben, vornehmlich Werke des böhmischen Barocks und von Meistern des 19. und 20. Jahrhunderts. Im Jahre 1962 wurden die Gemälde alter Meister in den Depositar auf Schloss Opočno gebracht, da sie als unangebracht für den Sitz kommunistischer Präsidenten galten, und die Kunstwerke der Moderne wurden der Nationalgalerie übergeben. Erst dank der nachfolgenden kunsthistorischen und Restaurierungs- bzw. Forschungsarbeiten wurde die hohe Bedeutung der Gemälde aus der einst berühmten Bildergalerie der Prager Burg erkannt, was den Anlass zur Entstehung einer neuen, 1965 eröffneten Galerie gab, die sich in den historischen Räumen unterhalb jener Säle befand, in denen einst die historische Galerie untergebracht war.

Im Jahre 1998 schloss die Verwaltung der Prager Burg die umfassende Rekonstruktion der Ausstellungsräume ab und machte die Bildergalerie der Prager Burg erneut für Besucher zugänglich. Außerdem wurde die Galerie schrittweise um mehrere Kunstwerke bereichert, die einst die rudolfinischen Sammlungen schmückten. Und so stellt sich heute die Bildergalerie, die älteste Tschechiens, die seit den letzten Jahrzehnten des 16. Jahrhunderts auf der Prager Burg ihren Sitz hat, den Besuchern im einundzwanzigsten Jahrhundert vor.

Datum und Veranstaltungsort:

Sommersaison: 09:00 – 17:00 Uhr

Wintersaison: 09:00 – 16:00 Uhr

Eintrittspreis

Standardticket: 100,- CZK

Ermäßigtes Ticket (Kinder 6 bis 16 Jahre, Mittelschul- und Hochschulstudenten bis 26 Jahre, Senioren ab 65 Jahre): 50,- CZK

Familienticket (1 – 5 Kinder bis 16 Jahre und max. 2 Erwachsene): 200,- CZK

Die Bildergalerie der Prager Burg können Sie auch mit der Eintrittskarte für den Rundweg C besuchen.

Prager Burg – Rundweg C

IV Ausstellung der St.-Veits-Schatzes

VI Bildergalerie der Prager Burg

Standardticket: 350,- CZK

Ermäßigtes Ticket (Kinder 6 bis 16 Jahre, Mittelschul- und Hochschulstudenten bis 26 Jahre, Senioren ab 65 Jahre): 175,- CZK

Familienticket (1 – 5 Kinder bis 16 Jahre und max. 2 Erwachsene): 700,- CZK

Öffnungszeiten | Eintrittspreis

Fotogalerie

Lage

Karte der Burg